Projekt Feder ist eine Romance Suspense über eine Meisterdiebin und den Journalisten, der ihr auf der Spur ist. Die Geschichte hat mich jahrelang begleitet – durch verschiedene Versionen und Umwege, bis sie endlich die richtige Form gefunden hat.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines Debütromans: Woher die Idee kam, warum es ausgerechnet Brasilien sein musste und was ein seltsamer nachtaktiver Vogel mit dem Titel zu tun hat.

Drei Anläufe bis zum Debütroman

Die Idee zu dieser Geschichte trage ich schon lange mit mir herum.

Der erste Versuch war Teil einer New-Adult-Reihe, die ich nie beendet habe. Ich liebte die Figuren und die Geschichten, aber die Reihe blieb unvollständig – was ich sehr bedauerte. Also suchte ich nach einer anderen Lösung.

Der zweite Versuch entstand Jahre später als Fanfiction: 70.000 Wörter, großartiges Feedback, unglaublich viel gelernt. Aber auch diese Geschichte konnte nie veröffentlicht werden – wegen des Urheberrechts.

Beim dritten Anlauf habe ich alles genommen, was ich in den Jahren davor gelernt hatte, und daraus etwas Eigenes gemacht. Eigene Charaktere, eigenes Setting, verbesserter Plot. Das Ergebnis ist Projekt Feder.

Worum geht es in meinem Debütroman?

Ivete weiß genau, was sie will. Sie ist diszipliniert, zielstrebig – und auf einem Rachefeldzug, von dem niemand etwas ahnt. Tagsüber ist sie eine renommierte Kunsthändlerin, nachts schlüpft sie in die Rolle der Meisterdiebin.

Dann ist da Chris. Ein junger Journalist, der aus dem Schatten seines berühmten Vaters treten will. Die Story über den mysteriösen Kunstdieb könnte sein Durchbruch sein. Dass er sich ausgerechnet zu der Frau hingezogen fühlt, die er enttarnen soll, ahnt er nicht.

Zwei Menschen auf verschiedenen Seiten. Eine Anziehung, die von Beginn an knistert. Und eine Frage: Wie weit geht man für Rache – und wie weit für die Liebe? Als Chris der Wahrheit gefährlich nahe kommt, muss Ivete sich entscheiden – ihr Racheplan oder der Mann, an den sie ihr Herz zu verlieren droht.

Für alle, die Bücher wie Bad Vibes oder Sorry von Bianca Iosivoni geliebt haben und sich mehr davon wünschen.

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Warum eine Geschichte mit starker Frauenfigur?

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich hatte irgendwann einfach genug von den Bellas oder Anas aus Literatur und Film. Ich wollte starke Frauenfiguren, die Kontra geben, die Fehler machen, die unkonventionelle oder sogar illegale Wege gehen, um ihr Ziel zu erreichen.

Catwoman (Anne Hathaway!) in Batman habe ich geliebt. Über die schauspielerische Leistung kann man streiten, aber die Figur fand ich mega spannend. Genauso wie Ocean’s 8. Großartig! Solche Frauenfiguren wollte ich mehr.

Sie waren anders. Keine hilflosen Mädchen, die auf den Ritter warten, sondern intelligente, clevere Frauen, die den Antagonisten eigenständig in den Arsch treten.

Warum mein Love Interest eine Green Flag ist

Die erste Version der Geschichte entstand zur gleichen Zeit, in der Dark Romance im Kommen war. Mächtige Männer-Figuren, morally grey oder sogar black, dominant und meistens Verbrecher. Ich hab’s sehr gern gelesen, diese Kombination aus Thrill, Liebe und Spice.

Aber irgendwann war’s immer das Gleiche. Er der Dominante, sie ordnet sich unter. Sie muss gerettet werden, er ist der dunkle Prinz, der auf seinem Weg eine Spur der Verwüstung hinterlässt.

Davon hatte ich auch einfach genug.

Für mich war daher absolut klar, wie ich meinen männlichen Protagonisten gestalten möchte: Er ist eine Green Flag, er behandelt Frauen mit Respekt und ist in keinster Weise dominant. Und: Er muss gerettet werden. Er ist das Opfer der Geschichte. Sie ist diejenige, die ihm aus der Scheiße hilft.

Aber Chris ist kein netter Langweiler – das wäre ja auch öde. Er ist ehrgeizig bis zur Sturheit, bereit, für seine Story Grenzen zu überschreiten, und er hasst es, unterschätzt zu werden. Er hat Ecken und Kanten. Nur eben keine, an denen man sich blutig schneidet.

Solche Geschichten gab es zu der Zeit viel zu wenige. Also habe ich eine geschrieben.

Katz und Maus – aber wer jagt hier wen?

Was mich an den beiden am meisten gereizt hat: Keiner von ihnen hat die Kontrolle.

Chris glaubt, er jagt die Story seines Lebens, ohne zu ahnen, wem er da genau auf der Spur ist. Und Ivete glaubt, sie hat alles im Griff – dabei unterschätzt sie, was er in ihr auslöst. Irgendwann verschwimmt die Grenze zwischen Recherche und Obsession, zwischen Ablenkungsmanöver und echtem Interesse.

Was beide übersehen: Sie sind nicht die Einzigen, die in diesem Spiel mitmischen. Im Schatten lauert jemand, der sehr viel mehr zu verlieren hat – und bereit ist, dafür über Leichen zu gehen.

Warum präkolumbianische Kunst?

Ursprünglich wollte ich Ivete zur Juwelierin machen, bin aber schnell davon abgekommen, weil es das irgendwie auch schon oft genug gab.

Präkolumbianische Kunst erschien mir so viel spannender – geheimnisvoller, mit einer tieferen, mystischen Geschichte. Und vor allem: ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Außerdem eröffnete es mir die Möglichkeit, Themen wie Kunstraub, kulturelles Erbe und die Frage, wem Kunst eigentlich gehört, in die Geschichte einfließen zu lassen. Ivete kämpft nicht nur für sich selbst. Sie kämpft für etwas Größeres – auch wenn ihre Methoden alles andere als legal sind.

Warum stammt meine Hauptfigur aus Brasilien?

Die Entscheidung für Ivetes brasilianische Herkunft war ähnlich wie bei der Kunstrichtung: Jemand aus Brasilien war mir bisher in kaum … nein in gar keinem Buch aufgefallen.

Es hätte natürlich auch eines der spanischsprechenden Länder sein können – und damit hätte ich mir bei der Recherche einen großen Gefallen getan, weil ich ein paar Brocken Spanisch kann. Aber einfach kann ja jeder.

Inzwischen bin ich froh über diese Entscheidung. Die brasilianische Kultur, die Sprache, die Mythologie – all das hat der Geschichte eine Tiefe gegeben, die ich vorher nicht geplant hatte. Und es hat mich zu einem ganz besonderen Vogel geführt.

Der Urutau – Ein Phantom mit Flügeln

Mein Meisterdieb brauchte einen Namen und einen Mythos. Aber er sollte keine Figur sein, die namentlich bekannt ist und nur deswegen nicht gefasst wird, weil sie sich immer wieder gewieft rauswinden kann.

Mein Dieb sollte ein echtes Phantom sein. Jemand, von dem niemand weiß, ob sich dahinter ein Mann, eine Frau oder vielleicht eine ganze Gruppe verbirgt. Unsichtbar, unauffällig und seit Jahrzehnten im Verborgenen aktiv.

Also habe ich mich in der brasilianischen Tierwelt und Mythologie umgesehen.

Mein erster Gedanke war ein schwarzer Panther. Aber dieser begegnet uns in so vielen Geschichten, dass er schnell wieder raus war.

Urutau

Und dann bin ich auf diesen lustigen Gesellen gestoßen.

Der Urutau – oder auch Geistervogel genannt – ist ein nachtaktiver Vogel mit riesigen gelben Augen, der tagsüber stocksteif auf einem Ast sitzt – so reglos, dass er aussieht wie ein Teil des Baumes. Man kann direkt an ihm vorbeigehen, ohne ihn zu bemerken. Über ihn existieren mehr Legenden als wissenschaftliche Beobachtungen, weil er so schwer zu finden ist.

Der perfekte Mythos für einen Meisterdieb.

Woher kommt der Arbeitstitel „Projekt Feder“?

Die Idee, dass der Dieb an jedem Tatort eine kleine Feder hinterlässt, war dann nur noch Formsache. Es ist sein Markenzeichen – eine Botschaft an die Behörden, die ihn seit Jahrzehnten jagen, und zugleich eine Demonstration seiner Überlegenheit.

Kleiner Spoiler: Im Buch ist es eine Hühnerfeder. Denn es muss ja eine realistische Quelle geben, und echte Urutau-Federn sind nicht gerade leicht zu beschaffen.

Der Arbeitstitel Projekt Feder ist also eine Anspielung auf dieses Detail. Der finale Titel wird ein anderer sein – aber bis dahin bleibt die Feder mein Platzhalter.

Du willst auf dem Laufenden bleiben, wie es mit Projekt Feder weitergeht? In meinem Newsletter teile ich regelmäßig Updates zum Projekt und persönliche Einblicke in meinen Schreibprozess – und als Willkommensgeschenk bekommst du die ersten Kapitel vorab.

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