Einleitung

Die ersten beiden Septemberwochen fühlten sich an, als hätte jemand sämtliche Aufgaben des Monats auf einen einzigen Stapel gelegt. Tagsüber saß ich an den Reviews für ein wissenschaftliches Paper, abends oft gleich wieder. Dazwischen begann für mein Kind die Schule, und irgendwo auf meiner Liste stand auch noch: Autorin sein, schreiben, das eigene Buch sichtbar machen.

Dieser Monatsrückblick für September ist deshalb nicht besonders geradlinig. Aber gegen Ende des Monats passierte etwas, auf das ich lange gewartet hatte: Ich fand zurück in die Geschichte von Band 2. 🪶


Vierzehn Seiten Reviews und sehr wenig Schreibzeit

Die Reviews für mein Paper waren schon Mitte August eingetroffen – mitten in meinem Urlaub. Ich konnte etwas mehr Zeit für die Überarbeitung aushandeln, musste die Rückmeldungen Anfang September dann aber innerhalb von zehn Tagen einarbeiten. Vierzehn DIN-A4-Seiten, detailliert und konstruktiv. Trotzdem: ganz schön viel.

Ich habe in dieser Zeit Überstunden gesammelt und auch einige Abende mit dem Paper verbracht. Für meine Schreibprojekte und das Marketing von Stolen Truth blieb entsprechend wenig Raum. Damit war das aber leider noch nicht erledigt. Das Paper ging sogar noch in eine zweite Reviewrunde. Die mich offen gestanden etwas geärgert hat. Aber hilft ja nichts.


Endlich wieder in Band 2 angekommen

Ganz still stand das Schreiben zum Glück nicht. Ich habe mich erneut an den Plot von Band 2 gesetzt und einige Stellen gefunden, an denen die Geschichte für mich noch nicht richtig funktionierte. Einer der Antagonisten spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle, hatte bisher aber keinen eigenen Auftritt. Jetzt hat er eine Szene bekommen, in der er endlich selbst etwas zeigen darf.

Und dann ist tatsächlich der Knoten geplatzt: Ich konnte weiterschreiben. Meine beiden Hauptfiguren haben wieder einen Weg zueinander gefunden, mit dem ich zufrieden bin. Das ist besonders schön, weil ich nun den nächsten Schlag vorbereiten kann. Was soll ich sagen – ich bin eben eine böse Autorin. 😄

Sogar für Band 3 tauchen inzwischen erste Szenen und Ideen auf. Bisher hatte ich dafür nur eine sehr grobe Vorstellung.

Ein besonderer Handlungsstrang auf der Beziehungsebene beschäftigt mich allerdings weiterhin. Ich mag die Idee, frage mich aber immer wieder, wie Leserinnen und Leser darauf reagieren werden. Eigentlich möchte ich die Geschichte schreiben, die sich für mich richtig anfühlt. Ganz ausblenden lässt sich die Frage nach der Reaktion anderer offenbar trotzdem nicht. Zum Glück muss ich darüber noch nicht sofort entscheiden.


Autorin sein heißt auch: sich um hundert andere Dinge kümmern

Im September habe ich zum ersten Mal Lesezeichen, Visitenkarten und Flyer bestellt. Dabei gab es gleich zwei Lektionen:

  1. Erst die Landingpage fertig machen und VERÖFFENTLICHEN!!, dann den QR-Code erstellen. 🙈 Der QR-Code auf den Visitenkarten führt jetzt zu einer Seite mit dem Namen „Vorübergehender Entwurf“, weil ich die Landingpage vor dem Erstellen des Codes noch nicht veröffentlicht hatte.
  2. Das richtige Papier auswählen! Für die Flyer habe ich das falsche Papier gewählt. Nach fünf Jahren Arbeit im Copyshop hätte ich nie gedacht, dass mir das mal passiert.

Hinzu kommen noch die vielen anderen Dinge, die neben dem Schreiben und Veröffentlichen noch getan werden müssen. Zusammen kosten sie erstaunlich viel Zeit: Rechnungen gestalten, eine Website pflegen, Drucksachen vorbereiten, sich in neue Abläufe einarbeiten. Als Debütautorin brauche ich für manches vermutlich länger, weil ich es zum ersten Mal mache. Diese Stunden fehlen dann beim Schreiben.

Deshalb möchte ich meine Vermarktung anders angehen. Den Aufwand für Instagram, insbesondere für Reels, werde ich zurückfahren. Ich habe viel Zeit hineingesteckt und für mich nicht das Gefühl, dass das Ergebnis diesen Aufwand trägt. Stattdessen interessieren mich Wege, die längerfristig funktionieren können: Blog, Website, Newsletter und vielleicht Pinterest. Eine Workshopreihe zu nachhaltigem Marketing beim WriteChoiceClub kam dafür genau zur richtigen Zeit.

Ein wenig Guerilla-Marketing habe ich auch betrieben: in der hiesigen Bibliothek nachgefragt (dummerweise kein Buch dabei gehabt), Bücher im Bücherschrank abgelegt, ein Buch nach Frankfurt auf die Frankfurter Buchmesse geschickt.

Auch über die Veröffentlichung meines E-Books denke ich nach. Ob ich es künftig anders vertreibe, ist noch offen. Die bisherigen Zahlen sind jedenfalls ernüchternd. Ich weiß, dass ich als neue Autorin Geduld brauche – und ich noch mehr Werbung hätte machen können. Trotzdem fällt es mir schwer, die Zahlen einfach zu ignorieren. Besonders dann, wenn eine der ersten Fragen zum Buch lautet, wie viele Exemplare ich schon verkauft habe.

Umso wichtiger war dieser Septembermoment am Schreibtisch: Band 2 wächst wieder. Darauf möchte ich meinen Fokus legen.


Weitere Themen

Eine bessere Möglichkeit zum Diktieren: Ich habe eine Tastatur-App entdeckt, die Gesprochenes für meine Zwecke erstaunlich gut in Text umwandelt. Unterwegs Gedanken festzuhalten ist damit viel angenehmer als mit der bisherigen Spracherkennung. Am besten klappt es, wenn ich kurze Abschnitte spreche und der App anschließend einen Moment für die Verarbeitung gebe.

Unser Schulstart: Mein Kind geht weiterhin gern zur Schule. Fragt man nach dem Schönsten am Tag, sind Pausen und Sport meist weit vorn. Gleichzeitig ist es stolz darauf, uns zu zeigen, was es schon gelernt hat. Wie schnell es selbstständig werden wollte, hat mich überrascht: Erst sollte ich noch mitkommen, kurz darauf hieß es, es könne den Bus allein nehmen. Ich hatte bei den ersten Fahrten durchaus Bammel. Bisher hat es wunderbar geklappt. ❤️


Schreibstatistik

Eine reine Wortzahl würde diesen September nur zum Teil beschreiben. Viel Schreibzeit floss in den Plot für Band 2. Ich habe Probleme gelöst und schließlich wieder neue Szenen geschrieben. Allein dass ich mich in der Geschichte wieder wohlfühle, ist für mich ein großer Fortschritt. Insgesamt sind 11l Wörter zusammengekommen. Mein Jahresziel von 100k Wörtern hatte ich damit längst erreicht und es um weitere 50k bis zum Jahresende erhöht.

Ich tracke meine geschriebenen Wörter (Schreibprojekte) rein aus Interesse. In Zeiten, in denen der Zweifel sehr laut ist, hilft mir das. Weil es mir anzeigt, wie fleißig ich gewesen bin, und mich sehr motiviert. Auch wenn ich nicht zu den Vielschreibern gehöre, ist die Gesamtzahl am Ende doch immer beeindruckend.

Ich tracke meine Wörter übrigens mit trackbear.


Was ich gelesen/gehört habe

  • Loving a Vampire is Total Chaos – Aura Hayes
  • Der Weg des Bösen – Stefanie Ross
  • Magiewellen: Eine Hexe zum Verlieben – Kristina Günak

Ausblick

  • Ich schreibe fleißig weiter an Band 2 schreiben. Den aktuellen Run muss ich einfach mitnehmen.
  • Die Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür. Ich werde sonntags hinfahren und mein Buch am Selfpublisher-Stand besuchen.
  • Außerdem will ich mir die Ideen für ein Marketing ansehen, das ich langfristig durchhalten kann.

Mehr nehme ich mir lieber nicht fest vor – der September war Anschauungsunterricht genug. 😉

Trotz allem gehe ich mit einem guten Gefühl aus dem Monat: Die Geschichte ist wieder in Bewegung, und ich bin es auch.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn sich ein Problem nach langem Grübeln plötzlich lösen lässt? 💬


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