Einleitung

Mein August lässt sich eigentlich mit einem Wort beschreiben: Release.

Nach jahrelanger Vorbereitung ist Mitte August endlich mein Debüt erschienen. Ein Tag, auf den ich sehr lange hingefiebert und hingearbeitet habe. Und trotzdem war der Release am Ende nur eines von erstaunlich vielen Themen in diesem Monat. Da waren Schreibblockaden, neue Ideen, ein wissenschaftliches Paper, die Frage nach einer Promotion, sechs Wochen Ferien, Urlaub, Renovierungsarbeiten – und ganz nebenbei die Erkenntnis, dass mein Kind jetzt wirklich kein Kindergartenkind mehr ist.

Der August war also mal wieder: voll.


Mein Debüt ist draußen – zwischen Stolz und Ernüchterung

Nach monatelanger – eigentlich eher jahrelanger – Vorbereitung war es Mitte August endlich so weit: Stolen Truth ist erschienen. Ich habe so lange auf diesen Tag hingefiebert und hingearbeitet, dass es sich immer noch ein bisschen surreal anfühlt, mein eigenes Buch im Regal stehen zu sehen.

Was die eigentliche Veröffentlichung anging, war ich erstaunlich entspannt. Das Buch war schon im Juli fertig und meine Zeitplanung großzügig genug, dass ich kurz vor dem Release nichts mehr am Manuskript, Buchsatz oder irgendwelchen Dateien machen musste. Selbst das Debakel um das Cover hat am Ende keine Zeitprobleme verursacht. Stattdessen konnte ich mich in den letzten beiden Wochen komplett auf das Marketing konzentrieren.

Und genau da wurde es dann … schwierig.

Ich habe in diesen zwei Wochen so viel für Social Media gemacht wie vermutlich noch nie. Fast jeden Tag ging irgendetwas online: Reels, Stories, vorbereitete Beiträge und alles, was mir sonst noch eingefallen ist. Meine Followerzahl ist tatsächlich gestiegen – aber wenn ich auf die Zahlen schaue, die für das Buch selbst relevant sind, ist die Bilanz bisher ziemlich ernüchternd. Die Vorbestellungen blieben bei neun, und auch die ersten Zahlen bei KDP fühlen sich eher danach an, als würde mein Buch irgendwo in den Tiefen des Internets verschwinden.

Dabei habe ich wirklich nicht mit einem großen Durchbruch gerechnet. Ich bin dafür viel zu sehr Realistin. Aber ein kleines bisschen mehr hatte ich mir wohl doch erhofft. Ins Minus können Verkaufszahlen nicht gehen – aber irgendwie fühlt es sich gerade erstaunlich ähnlich an.

Und trotzdem wäre es falsch, den Release nur daran zu messen.

Denn da ist eben auch die andere Seite: Ich habe ein Buch veröffentlicht. Mein Buch. Eine Geschichte, an der ich jahrelang gearbeitet habe, steht jetzt tatsächlich in meinem Regal. Und noch wichtiger: Es gibt inzwischen erste Rückmeldungen von Menschen, die Stolen Truth gelesen haben und denen die Geschichte gefallen hat. Egal ob Freunde, Familie oder eigentlich völlig fremde Personen. Jedes Mal, wenn so eine Nachricht kommt, freue ich mich riesig.

Ich merke gerade sehr deutlich, dass Stolz und Ernüchterung problemlos gleichzeitig existieren können.

Was ich aus dem Release außerdem mitnehme: Das Pensum der letzten beiden Wochen werde ich nicht dauerhaft weiterführen. Jeden Tag Content zu produzieren und gleichzeitig noch schreiben, arbeiten und meinen normalen Alltag bewältigen zu wollen, funktioniert für mich schlicht nicht. Und wenn Social Media am Ende so viel Zeit frisst, dass keine Zeit mehr für das nächste Buch bleibt, ist auch niemandem geholfen.

Deshalb werde ich in den nächsten Wochen wieder etwas zurückfahren, beobachten, was tatsächlich funktioniert, und überlegen, was ich im Herbst noch ausprobieren möchte. Eine Blogtour habe ich vor dem Release zum Beispiel nicht mehr geschafft – vielleicht hole ich sie einfach später nach. Außerdem sollte ich gezielt auf die Suche nach Rezensent*innen gehen.

Über den Release selbst, die Zahlen, den Marketingaufwand und die Frage, was ich bei den nächsten Büchern anders machen werde, möchte ich aber noch ausführlicher schreiben. Denn dieser erste Buchrelease war bisher vor allem eines: irgendwo zwischen sehr viel Stolz und ziemlich viel Ernüchterung.


Projekt Feder 2 und andere Schreibprojekte

Bei Feder 2 gibt es endlich einmal positive Nachrichten: Ich habe es geschafft, aus der Schreibblockade herauszukommen. Noch nicht vollständig, aber doch so weit, dass ich endlich weitermachen kann. Ich bin alles andere als zufrieden, aber gerade einfach nur froh, dass es überhaupt weitergeht.

Mein größtes Problem ist die Beziehungsdynamik. Als ich Stolen Truth im Lektorat hatte, habe ich natürlich schon an Teil 2 gearbeitet und dabei noch mit dem alten Ende von Stolen Truth geplant. In diesem Fall hätte es zwischen den beiden Teilen einen großen Zeitsprung von mehreren Wochen gegeben, in dem sich die Beziehung der beiden Protagonisten weiterentwickelt hätte.

Mit dem neuen Ende von Stolen Truth ging das aber nicht mehr. Ohne zu viel spoilern zu wollen: Die Beziehung der beiden Protagonisten ist ganz weit von einer Romance entfernt. Sie müssen sich erst wieder annähern. Und für meinen ursprünglichen Verlauf von Teil 2 ging mir das plötzlich zu schnell. Zu unrealistisch. Zu konstruiert.

Wie bekomme ich die beiden also wieder dazu, sich zu mögen?

Das war die Frage, die mich jetzt sehr lange blockiert hat. Die Lösung, die ich inzwischen habe, ist vermutlich noch nicht die finale, aber ich bin erst einmal zufrieden damit. Mal schauen, was meine Testlesenden sagen, wenn es so weit ist.

Ein weiterer Handlungsstrang, den ich in Stolen Truth bereits angedeutet habe, bereitet mir allerdings immer noch Probleme. Auch hier fehlt mir im Roman schlicht die Zeit. Zum Glück muss die Auflösung erst in Teil 3 kommen – ich habe also noch ein bisschen Luft. Aber ehrlich gesagt graut es mir trotzdem ein wenig davor. Bleibt nur zu hoffen, dass mir bis dahin eine zündende Idee kommt.

Und ich lerne gerade noch etwas anderes sehr eindrücklich: Nur weil eine Idee oder ein Handlungsstrang ursprünglich einmal für eine Reihe geplant war, heißt das noch lange nicht, dass er in den späteren Teilen auch noch funktioniert.

Beim Schreiben verändert sich eben ständig etwas. Figuren entwickeln sich anders als gedacht, Beziehungen verschieben sich, neue Ideen kommen dazu und andere passen plötzlich nicht mehr. Bei Stolen Truth konnte ich darauf noch reagieren und das Ende verändern. Jetzt ist Band 1 aber veröffentlicht. Fertig. Wenn ich beim Schreiben von Teil 3 also feststelle, dass eine kleine Änderung in Band 1 alles viel eleganter lösen würde, habe ich Pech gehabt.

An der Stelle kann ich inzwischen ziemlich gut nachvollziehen, warum manche dazu raten, eine komplette Reihe zumindest fertig zu planen – oder sogar fertig zu schreiben –, bevor der erste Teil veröffentlicht wird. So könnte man noch einmal zurückgehen, Hinweise anders setzen, Handlungsstränge verschieben oder Dinge streichen, die später doch keinen Sinn mehr ergeben.

Diese Möglichkeit habe ich jetzt nicht mehr. Ich muss mit dem arbeiten, was in Stolen Truth steht. Das ist irgendwie gleichzeitig eine spannende Herausforderung und ziemlich beängstigend.

Projekt Lies, das ich die letzten Monate einfach als Spaßprojekt für mich begonnen hatte, hat inzwischen 35.000 Wörter und wächst weiter. Ich liebe es. Ich würde es so gern so schnell wie möglich veröffentlichen, aber dummerweise ist es Teil 2 einer Dilogie.

Richtig blöd geplant, Steffi!

Wobei … vielleicht ist es im Hinblick auf meine Erfahrungen von Projekt Feder gar nicht so verkehrt, Teil 2 schon fertig zu haben, wenn ich an Teil 1 sitze. Dann könnte ich theoretisch beide relativ parallel fertigstellen und kurz nacheinander veröffentlichen.

Aber gut. Das ist noch Zukunftsmusik.


Paper und Promotion

Auch im Brotjob stand eine Veröffentlichung an. Ich arbeite in einem Forschungsprojekt und habe Ende Juli ein Paper eingereicht. In der dritten Augustwoche kam dann bereits die Rückmeldung der Reviewer, die ich in den kommenden Wochen einarbeiten muss.

Wenn das Paper durchgeht, wäre das inzwischen mein drittes veröffentlichtes wissenschaftliches Paper. Eigentlich das vierte – aber eines wurde nicht angenommen.

Seit Wochen liegt mir außerdem mein Chef damit in den Ohren, doch noch eine Promotion anzustreben.

Eigentlich war das Thema für mich abgehakt. Eine Promotion habe ich bereits einmal abgebrochen – was nichts mit meinen Fähigkeiten an sich zu tun hatte. Aber jetzt noch einmal das Ganze? Mit Familie, Schulkind und dem Buchprojekt, das mir persönlich sehr wichtig ist?

Ich hadere sehr mit mir.

Andererseits habe ich in den vergangenen Jahren genug Arbeiten gesehen, bei denen ich mir inzwischen denke: Da könnte ich locker mithalten. Allein an dem aktuellen Paper habe ich quasi allein gearbeitet. Die Promotion wäre im Grunde nur noch die wissenschaftliche Auszeichnung für eine Arbeit, die ich seit Jahren ohnehin mache.

Und dann kommt natürlich wieder der innere Kritiker hoch – der wissenschaftliche ist übrigens noch lauter als der schriftstellerische – und fragt, warum ich mir diesen Stress überhaupt antun will. Und ob das nicht vielleicht doch alles eine Nummer zu groß für mich ist.

Aber allein fürs Ego wäre es schon irgendwie schön. Vor allem, nachdem mir mein Mathelehrer in der Oberstufe wenig Hoffnung auf mehr als einen Job in der Pommesbude gemacht hat.

Wie absurd ist es eigentlich, dass solche Sätze Jahrzehnte später noch nachwirken?


August ist Urlaubsmonat

Der Kindergarten ist vorbei und dieses Mal mussten wir sechs Wochen Ferien überbrücken. Das war durchaus eine Herausforderung, denn am Ende hatten weder mein Mann noch ich noch Urlaubstage übrig. Nächstes Jahr müssen wir definitiv stärker auf Ferienbetreuung setzen.

Eine Woche Ferienspielplatz kam schon einmal sehr gut an. Ich habe direkt den Auftrag bekommen, nächstes Jahr beide Wochen zu buchen – und bitte nicht schon um zwei, sondern erst um vier abzuholen.

Okay. Ist vermerkt.

Zwei Wochen sind damit für nächstes Jahr also schon einmal verplant.

Nach dem Ferienspielplatz sind Kind und Hund spontan schon zu den Großeltern vorgefahren. Und was macht man als Eltern, wenn Kind und Hund aus dem Haus sind?

Räumen oder renovieren. Natürlich.

Der Balkon wurde sauber gemacht, die Arbeitsplatte in der Küche geölt, ich habe das Kinderzimmer aufgeräumt und wir haben Flur und Bad ausgeräumt und ausgemistet, weil wir während unserer Abwesenheit einen neuen Boden bekommen sollten. Dabei haben sich einige sehr interessante „Schätze“ aufgetan.

Danach sind wir der Hitze und Trockenheit entkommen und gen Norden gefahren.

Unfassbar, wie grün es dort war! Auf den Feldern stand teilweise drei Meter hoher Mais, der tatsächlich noch Kolben trug. Bei uns ist der Mais so mickrig und leer, dass er teilweise gar nicht mehr geerntet, sondern direkt umgepflügt wird. Die Wiesen sind nicht grün, sondern komplett braun. Und selbst die ersten Blätter an den Bäumen fangen bereits an, sich rot zu färben und abzufallen.

Dem Norden hingegen war deutlich anzusehen, dass es dort in den vergangenen Wochen mehr – oder überhaupt – geregnet hatte.

Nach einem Abstecher zu meiner Familie waren wir dann am Bostalsee im Saarland. Wirklich sehr, sehr schön! Kann ich nur empfehlen.

Und wenn du dort bist, mach doch gleich noch nach Idar-Oberstein fahren. Europas einzige für Besucher zugängliche Edelsteinmine war bereits letztes Jahr ein Highlight – und dieses Jahr wieder.

„Dummerweise“ hatte ich mich außerdem noch verbucht. Man kann dort nämlich auf einem Feld Edelsteine „schürfen“ beziehungsweise sammeln. Ich wollte Karten für das Sammelfeld. Das Schürffeld ist eigentlich erst ab neun Jahren freigegeben, weil dort mit Spitzhacke und Spaten gearbeitet wird. Eigentlich waren unsere Kids dafür also zu klein. Aber wir waren sowieso allein auf dem Feld und durften daher schalten und walten.

Mit der Ausbeute waren am Ende alle sehr zufrieden. Wir sind jetzt steinreich.


Sonnenfinsternis

Am 12. August stand dann auch noch die Sonnenfinsternis an. Meine zweite Sonnenfinsternis, an die ich mich bewusst erinnern werde. Die erste war 1999 – damals tatsächlich eine totale Sonnenfinsternis in Teilen Deutschlands. Dieses Mal war sie bei uns nur partiell zu sehen.

Trotzdem war sie ziemlich beeindruckend. Ein großer Teil der Sonne wurde vom Mond bedeckt und vor allem das Licht hatte irgendwann etwas ganz Eigenartiges.

Wir gehörten glücklicherweise zu den Menschen, die sich rechtzeitig um Sonnenfinsternisbrillen gekümmert hatten – für den Spottpreis von 0,70€ pro Stück. Am Tag selbst habe ich ganz kurz noch überlegt, ob ich einzelne nicht lieber an den Meistbietenden verkaufen sollte. 😄 Habe ich dann aber doch nicht gemacht. Stattdessen haben wir den Zehnerpack unter uns und Freunden aufgeteilt und sind gemeinsam aufs Feld gezogen.

Dort war es zusätzlich noch ziemlich heiß und Schatten gab es praktisch keinen. Ein Glück also, dass die Sonnenfinsternis erst am Abend stattfand und nicht mitten in der Mittagshitze.

Aber es war wirklich sehr cool, das noch einmal mitzuerleben. Vor allem das Licht hat mich beeindruckt. Es hatte irgendwann etwas ganz Eigenartiges – ein bisschen wie Sonnenuntergang am Meer.

Ich kann mich noch ziemlich gut an die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 erinnern. Damals war ich selbst noch ein Kind und weiß vor allem noch, dass es plötzlich merklich dunkler wurde und die Vögel aufgehört haben zu zwitschern. Das konnte ich dieses Mal nicht beobachten – auf unserem Feld war allerdings auch vogeltechnisch nicht besonders viel los.

Die nächste totale Sonnenfinsternis über Deutschland gibt es übrigens erst wieder am 3. September 2081. Dann ist unser Knirps ungefähr 60. … äh. Ja. Ich glaube, darüber denke ich lieber nicht weiter nach. 😅


Schreibstatistik

Bei der Schreibstatistik muss ich leider gestehen, dass ich ein bisschen geschummelt habe.

Etwa zwei Drittel der Wörter gehörten zu Kapiteln, die ich bereits geschrieben hatte, aufgrund der Umstrukturierung von Stolen Truth und der Anpassung des Plots von Teil 2 aber zunächst wieder herausgenommen hatte. Im August kam ich endlich an den Punkt, an dem ich sie wieder einfügen konnte.

Und zack – die Statistik schoss durch die Decke.

Zählt man diese Wörter raus, war es eher ein schlechter Schreibmonat. Was allerdings wenig überraschend ist, denn während des Urlaubs bin ich nur selten zum Schreiben gekommen.

Das Bild zeigt ein Diagramm mit einer aufsteigenden Linie, repräsentierend für die geschriebenen Wörter im Jahr 2026

Was ich gelesen/gehört habe

Dank des Urlaubs und der überraschenden Nachricht, dass die ersten Bände meiner Lieblingsreihe neu aufgelegt wurden, habe ich diesen Monat ziemlich viel gelesen.

Und dann noch Bücher von zwei ganz wundervollen Menschen:


Ausblick

  • Der Urlaub ist vorbei und die Arbeit beginnt wieder. Und es gibt viel zu tun: Das Review des Papers muss eingearbeitet werden und dann heißt es hoffen, dass das Paper angenommen wird. Außerdem muss das Forschungsprojekt langsam zum Abschluss gebracht werden.
  • Stolen Truth wird einen Monat alt. Am 13. September werde ich die erste Bilanz ziehen.
  • Ich habe mir Projekt Feder 2 ausgedruckt, werde alles am Stück durchlesen und die gerade neu eingefügten Teile noch einmal überarbeiten, damit sich alles wirklich wie aus einem Guss liest.
  • Weiter Marketing machen – aber in einem Umfang, der zu meinem Alltag passt – und überlegen, wie ich Stolen Truth zu neuen Leser*innen bringen kann.
  • Ein Blogbeitrag über mein Resümee zum Release ist auch schon in Planung.
  • Einschulung. Kreisch. Ich bin sehr gespannt, wie anstrengend die ersten Wochen werden, bis sich der neue Alltag eingependelt hat.

August war damit irgendwie gleichzeitig Endpunkt und Anfang.

Ich bin sehr gespannt, was der September daraus macht.

Was war euer größter Moment im August – etwas, auf das ihr lange hingearbeitet habt, oder vielleicht ein ganz unerwarteter Neuanfang? 💬


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