Wenn ich diesen Monatsrückblick April 2026 in einem Bild zusammenfassen müsste, wäre es ein Schreibtisch mit zu vielen offenen Tabs. Beruflich, privat und im Autorinnen-Dasein. Während ich Anfang des Jahres noch dachte, ich wäre mit meiner ersten Veröffentlichung gut vorbereitet, begreife ich inzwischen, dass ich vollkommen die Orientierung verloren habe. Trust the Process … auch wenn es mir gerade schwerfällt.
Projekt Feder
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber es wird.
Ich habe Anfang April die letzten Änderungen eingepflegt, dann ging es ab in die letzte Lektoratsrunde. Das stilistische Lektorat steht an. Meine Lektorin hat mich schon vorgewarnt, dass ich in dieser Runde deutlich mehr Kommentare und Änderungen erwarten kann – aber das ist fein. 😄 Dient ja alles dazu, den Text noch weiter zu verbessern.
Wer sich gerade fragt, was in einem Lektorat überhaupt passiert und wie viele Lektoratsrunden ein Buch eigentlich durchläuft – darüber schreibe ich demnächst einen eigenen Blogbeitrag.
Ansonsten habe ich mit der Cover-Designerin hin und her geschrieben und endlich das fertige Cover bekommen. Ich habe dieses Cover vor über einem Jahr bei einer Aktion ersteigert und wusste im ersten Augenblick: Das ist es. Und das Ergebnis ist so toll!
Gleichzeitig kommen aber auch Zweifel hoch. Ist dieses Cover überhaupt das richtige für mein Genre? Ist es noch zeitgemäß? Ist es das, was der Markt will?
Den Zweifler ruhig zu halten, ist nicht ganz einfach. Laut Aussage meines Mannes (okay, der ist leider kein guter Maßstab 🫣) und einer Freundin (die schon eher 😉) ist es toll und passt zur Geschichte. (Aussage Mann: „Joa, sind Federn drauf und es sind deine Farben.“) Außerdem finde ich es immer noch toll, auch nach mehreren Nächten drüber schlafen.
Also, halt die Klappe, Zweifler!
Social Media
Ein zweischneidiges Schwert. Ich weiß noch nicht so genau, wie ich das Ganze wirklich für mich einordnen soll.
Letztes Jahr und Anfang dieses Jahres habe ich viel über das Thema gelernt, Expert*innen zugehört, die Erfahrung haben und wertvolle Tipps geben können. Und ich habe mir meine Strategie aufgebaut: Blog, Newsletter und Instagram. Ungefähr drei Monate läuft es jetzt und … ja … ich würde gern sagen, es läuft total erfolgreich und ich bin auf einem guten Weg.
Spoiler: Kann ich nicht.
Funktioniert das eigentlich?
Was nicht unbedingt daran liegt, dass es nicht gut läuft. Leute interagieren mit meinem Content, Leute folgen mir, Leute klicken auf meine Links und melden sich für meinen Newsletter an oder lesen meinen Blog. Das alles könnte definitiv mehr sein.
Aber genau hier liegt das Problem: Ich kann mit den Zahlen nichts anfangen. Ich habe keine Ahnung, was viel oder was wenig ist. Ich sehe die absoluten Zahlen und habe kein Verhältnis dazu (habe ich zu Zahlen ohnehin nie, aber das ist ein anderes Thema).
Lösungsversuch 1: Zahlen lesen lernen
Genau dafür habe ich Mitte April beim Write-Choice-Club ein Webinar besucht. In der Hoffnung, ein wenig Klarheit zu bekommen. Und es hat tatsächlich etwas geholfen. Nicht viel, aber ein wenig (was nicht an dem Webinar liegt, das war super). Ich habe jetzt ein paar Zahlen, die ich beobachten werde, und eine ungefähre Orientierung, in welchem Bereich sie liegen sollten.
Die wichtigste Erkenntnis ist schon mal: Mit anderen Vergleichen bringt nichts. Die Aussage ‚Wert xy sollte soundso viel sein‘ ist nutzlos, denn jeder arbeitet anders, hat eine andere Zielgruppe, andere Produkte usw. Wichtiger ist, sich selbst bzw. den eigenen Content über einen längeren Zeitraum zu beobachten und zu vergleichen.
Motiviert davon habe ich mir gleich eine eigene Auswertungstabelle gebaut. (Die Einbindung in Obsidian hat nicht funktioniert, weswegen ich bei Excel geblieben bin) Nach einigem Hin und Her und ausführlichen Gesprächen mit Claude bin ich jetzt stolze Besitzerin einer Tabelle, in der ich Ende des Monats die wichtigsten Werte aller Social-Media-Konten eintrage. Mit der Zeit kann ich dann einen Vergleich anstellen, wie sich meine Accounts entwickeln.
Mal gucken, wie lange ich das durchhalte. Aber erstmal bin ich motiviert und stolz.
Lösungsversuch 2: Frühjahrsputz im Obsidian-Vault
Auch unter der Haube war es höchste Zeit für einen Großputz. Mein alter Vault ist einfach organisch gewachsen und inzwischen unübersichtlich [→ hier geht’s zum Blogartikel]. Außerdem hängt Obsidian bei mir immer öfter – was vermutlich an vielen Plugins, Dataview-Tabellen und Querverweisen liegt. Also habe ich alles, was Social Media betrifft, von den Schreibprojekten getrennt und einen eigenen Social-Media-Vault erstellt. Mit der Trennung läuft es jetzt deutlich flüssiger.
Wenn sich das System etabliert hat, werde ich den Blogartikel auch noch einmal anpassen müssen.


Und trotzdem: Verzweiflung
Aber ehrlich? Trotz Webinar, Excel-Tabelle und neuem Vault ereilte mich am Monatsende die totale Verzweiflung. Das Gefühl, neben all dem Social-Media-Kram, der Vorbereitung für den Buchrelease und allem anderen den Überblick verloren zu haben. Diese Verzweiflung begleitet mich auch noch in den nächsten Monat. Und vermutlich noch viel weiter.
Ich mache jetzt erst einmal das, was ich immer in solchen Situationen mache: Scheuklappen auf und einfach durchziehen. Wird schon.
Projekt Feder 2
Es läuft endlich wieder. Der Knoten ist geplatzt und die Worte fließen, was man auch in der Schreibstatistik sehr gut sehen kann. Ich konnte Akt 1 soweit fertigstellen, dass ich ihn mir ausgedruckt und an einem Stück gelesen habe. Mein Gefühl war die ganze Zeit kein gutes – vermutlich, weil ich die Kapitel einzeln betrachtet habe. Aber jetzt alles am Stück lesen zu können, hat mich sehr beruhigt. Es wird gut!
Allerdings macht mir nun ein gewisser Zeitsprung Sorgen. Durch das neue Ende von Feder 1 musste ich auch den Plot von Feder 2 anpassen und habe nun einen Zeitsprung mitten in der Geschichte, der absolut Sinn ergibt. Aber das Problem an Zeitsprüngen ist immer, dass Lesende die emotionale Bindung verlieren könnten, weil sie nicht mitgenommen werden. Und das Potenzial sehe ich hier leider auch.
Ich hadere also noch damit. Mir ist aber leider noch keine Idee gekommen, wie ich das anders lösen könnte. Das ist ein Problem für Zukunftssteffi. Ich werde jetzt erst einmal den ersten Entwurf beenden. Trust the Process … ich wiederhole mich.

Copy Moon Joy
Am 1.4. startete die Artemis-2-Mission. Vier Astronauten – darunter eine Frau, ein Kanadier und ein Schwarzer – flogen mit der Orion-Kapsel zum Mond. Es war der erste bemannte Flug zum Mond seit den 1970ern.
Ziel war es, den Mond einmal zu umrunden und Daten zu sammeln. Nicht nur vom Mond oder dem Weltraum selbst, sondern vor allem zur Kapsel und dem Leben darin. Denn mit der nächsten Mission, Artemis 3, sollen Menschen auf dem Mond landen und dort eine Basis errichten.
Neben all den negativen Nachrichten und Katastrophen im aktuellen Weltgeschehen ist der Start der Crew völlig untergegangen. Ich habe es selbst erst am nächsten Tag auf Instagram mitbekommen und sofort alles an Informationen gesucht, was ich finden konnte. Ab dem Zeitpunkt war es fester Bestandteil meines Tages: die Livestreams zu verfolgen (was nicht immer live ging, weil die Crew zu der Zeit schlief), die Zusammenfassungen des Tages oder die Pressekonferenzen zu schauen.
Es gibt so viele Gründe, fasziniert und auch stolz zu sein – auch wenn man nicht selbst beteiligt ist, sondern nur zuschaut und mitfiebert:
- Nie war ein Mensch weiter von der Erde entfernt (400.171 Kilometer!).
- Noch nie wurden so präzise Aufnahmen von der Mondoberfläche gemacht.
- Noch nie von der Rückseite des Mondes – weil die Sonnenverhältnisse besonders günstig waren.
- Noch nie waren eine Frau, ein POC oder ein Kanadier so weit von der Erde entfernt.
- Und können wir bitte mal über den Frauenanteil bei Mission Control sprechen?! Unfassbar! Ich liebe alles daran! Da sage noch einmal jemand, STEM sei nichts für Frauen.
- Das europäische Service-Modul, das die Kapsel zum Mond und zurück brachte, wurde in zehn europäischen Ländern und in den USA hergestellt. (NASA, ESA)
- Bauteile für das Startsystem der Rakete stammen aus Schweinfurt – einer Stadt in der Nachbarschaft. (Mainpost-Artikel)
Es gibt viele weitere Gründe für meine Begeisterung. Aber Leute – seht euch einfach die Bilder an!



Weitere Fotos und Informationen gibt es bei Wikipedia oder der offiziellen Nasa-Seite.
Ich bin so froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, dem beizuwohnen. Zu sehen und zu hören, wie Wissenschaft live funktioniert. Die Begeisterung in jedem Wort der Crew zu hören. Die Landung haben wir dann live verfolgt, mitgebibbert und gehofft, dass alles gut geht. Als dann irgendwann nach 2 Uhr morgens unserer Zeit klar war, dass die Crew alles heil und bester Laune überstanden hatte, konnten auch wir endlich ruhig schlafen.

Das sind Momente, in denen ich meine Studienwahl bereue. In denen ich gern etwas studiert hätte, um bei so einem Ereignis mitwirken zu können. Es wäre großartig, jetzt diese Daten auszuwerten, die die Artemis-2-Mission gesammelt hat.
Aber hey, wofür bin ich Autorin? Mein Mann hat mich auch schon gefragt, ob ich das als Inspiration nutze. Eine Office-Romance in Mission Control hätte definitiv Alleinstellungscharakter
Weitere Themen



Schreibstatistik – Soll bisher erfüllt
Schreibtechnisch lief es diesen Monat wieder sehr gut. 12k Wörter sind hinzugekommen, womit ich bei meiner persönlichen Challenge, jeden Tag im Durchschnitt 300 Wörter zu schreiben, über dem Soll bin. Ich hätte noch mehr schreiben können, aber zwischenzeitlich hatte ich einfach den Kopf nicht frei. Besonders das Social-Media-Thema belastet mich und hält mich davon ab, in meinen Geschichten einzutauchen. Ich leide wieder unter dem typischen Problem: Die Ideen sind da – sehr viele! – aber sobald ich am Rechner sitze, finde ich keinen guten Anfang.
Ein kleiner Trick, der mir geholfen hat, ist Diktieren. Aber das kann ich nur, wenn ich alleine bin oder unterwegs. Ansonsten komme ich mir sehr cringe vor. Aber es geht tatsächlich um einiges schneller, als Tippen. Besonders, weil ich weniger überlege.

Zum Hintergrund dieser Schreibstatistik: Ich tracke meine geschriebenen Wörter (Schreibprojekte, aber auch Social Media) rein aus Interesse. In Zeiten, in denen der Zweifel sehr laut ist, hilft mir das. Weil es mir anzeigt, wie fleißig ich gewesen bin, und mich sehr motiviert. Auch wenn ich nicht zu den Vielschreibern gehöre, ist die Gesamtzahl am Ende doch immer beeindruckend.
2026 habe ich mir zum Ziel gesetzt, jeden Tag durchschnittlich 300 Wörter zu schreiben. Ein sehr realistisches Ziel, das gut zu schaffen sein sollte.
Zum Tracken nutze ich übrigens trackbear.
Was ich im April 2026 gebloggt habe
Nichts. Der Blog war ziemlich verwaist – dafür habe ich umso mehr bei Instagram gemacht. Ich überlege noch, wie ich das vielleicht in den Blog einbinden könnte.
Mein Plan für den Mai: Einen Beitrag zu meinem Cover-Reveal und einen Beitrag zum Lektorat erstellen.
Ausblick auf den April 2026
Was der nächste Monat bringt
Also, wir nähern uns der Zielgeraden, was die Veröffentlichung angeht. Und doch scheint es, als wären noch viel zu viele unüberwindbare Hindernisse vor mir. Dass man da überfordert ist, wundert nicht.
Aber ich gehe trotzdem weiter. Mühsam, eichhörnchenmäßig, mit zu vielen Tabs offen. Und mit der Vorfreude auf einen Mai, der – so viel sei verraten – ein paar tolle Sachen bringt. 🪶
Wie war dein April?
Warst du auch so von Artemis 2 begeistert? Oder ist das an dir vorbeigegangen? 💬


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