Februar. Der kürzeste Monat des Jahres – und trotzdem hat er sich so lang angefühlt. Ich weiß nicht, wie das geht, aber es geht. Ständig war igendjemand krank, nichts lief nach Plan. Außerdem stecke ich mitten in einer Schreibblockade. Darüber kann ich jetzt frustriert sein, doch wenn ich ehrlich Bilanz ziehe, war der Monat alles andere als unproduktiv. Wie auch in den vergangenen Monaten, passiert so viel im Hintergrund – so viel, das nicht getrakt werden kann wie Worte. Und manchmal ist das völlig okay.
Krank ist der neue Alltag
Der Februar war eine einzige Kranken-Staffel. Kaum war jemand wieder auf den Beinen, fing der Nächste an. Ich habe zum allerersten Mal in meiner Arbeitsgeschichte Kinderkrank-Tage genommen – bisher konnte ich das durch meine Homeoffice-Situation immer irgendwie organisieren. Dieses Mal habe ich kapituliert.
Auch der Hund war quasi krank. Zahnreinigung in Narkose standen an. Jetzt ist sie um drei gezogene Zähne und einige Warzen leichter. Im Vergleich zum letzten Mal hat sie es wirklich sehr gut überstanden. Und den unbequemen Kegel haben wir gegen eine alltagstauglichere Alternative eingetauscht.
Mein allererstes Lektorat
Ende Januar kam Projekt Feder 1 aus dem Inhalts-Lektorat zurück. Und ich wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich wäre entspannt damit umgegangen.
Grundsätzlich kenne ich es, meine Texte anderen zu geben. Wattpad hat mich das über Jahre gelehrt – ich habe dort sehr gut gelernt, mit Kritik umzugehen, sie einzuordnen und das Wertvolle davon mitzunehmen. Aber ein professionelles Lektorat ist noch einmal eine andere Kategorie. Jemand, der das gelernt hat, der den Text mit geschultem Blick liest – das ist kein Feedback unter Gleichgesinnten.
Entsprechend aufgeregt war ich, als das Manuskript zurückkam. Ich öffnete es – und war erst mal … verwirrt. Ich hatte mit einem farbigen Dokument gerechnet, vollgeschrieben mit Anmerkungen, Verbesserungsvorschlägen, Fragezeichen. Aber da war kaum etwas. Im ersten Moment war ich verwirrt. Dann ehrlich gesagt enttäuscht. Hatte ich das falsch in Auftrag gegeben? Hatte sie es wirklich gelesen?
Ich habe das Manuskript ein Wochenende liegen lassen und mir ihre Mail nochmal durchgelsen. Meine Lektorin hat nicht nur wenige Anmerkungen gemacht – sie hat auch ein dickes Lob ausgesprochen. Dass sie selten einen so gut durchdachten, so sorgfältig recherchierten Debütroman gelesen hat.
Ich kann schlecht mit Lob umgehen, das ist kein Geheimnis. Auch hier hat es eine Weile gedauert, bis ich es wirklich zulassen konnte. Aber inzwischen freue ich mich darüber. Sehr sogar. 🥹
Zu tun gab es trotzdem einiges – und ich hatte selbst noch Dinge, die ich unbedingt ändern wollte. Aber mit jeder Überarbeitung spüre ich: Der Text wird besser. Wirklich besser. Und das ist ein verdammt gutes Gefühl.
Feder 2 – Tabula rasa
Das Ende von Feder 1 hat sich durch das Lektorat grundlegend verändert. Was eigentlich gut ist – aber es hat mein komplettes Konzept für Feder 2 über den Haufen geworfen. Und das hat mich eine Weile wirklich blockiert. Ich stand sprichwörtlich vor einer Wand.
Den rettenden Einfall hatte ich natürlich unter der Dusche. (Wo sonst?)
Ich habe danach eine Entscheidung getroffen, die sich erst mal seltsam anfühlte: Ich habe den Wortzähler auf 0 gesetzt und neu angefangen. Die bereits geschriebenen 20.000 Wörter sind nicht gelöscht – sie liegen im Archiv und warten darauf, dass ich alles Brauchbare rüberkopiere. Aber ein leeres Dokument fühlt sich paradoxerweise freier an. Es fühlt sich ein wenig an, wie den Schreibtisch aufzuräumen und mit neuer Ordnung durchzustarten.
Der Februar war trotzdem kein guter Schreibmonat. Die Zeit im Nacken zu spüren und gleichzeitig keinen guten Einstieg zu finden – das ist eine unangenehme Kombination. Immerhin soll die Fortsetzung von Feder 1 nicht allzulange auf sich warten. Kommentar meines Mannes: „Hauptsache, du machst nicht den George R. R. Martin.“
Danke, Schatz. 🙃
Die Tücken des Buchsatzes
Ich habe im Februar etwas getan, das ich schon eine Weile vor mir hergeschoben hatte: Ich habe Projekt Feder als Probedruck bestellt. Und um das zu tun, habe ich mich kurzerhand in den Buchsatz mit Affinity 2 gestürzt und den gesamten Bestellvorgang bei Tolino einmal komplett durchgespielt.
Das Fazit? Gespalten.
Buchsatz mit Affinity 2 funktioniert grundsätzlich sehr gut, und ich muss ehrlich zugeben: Ich liebe diese Art von Arbeit. Schriften, Abstände, das Tüfteln an Details – das macht mir wirklich Spaß. Aber um es wirklich gut zu machen – hängende Absätze vermeiden, Seitenränder richtig setzen, das ganze Handwerk eben – müsste ich deutlich mehr Zeit investieren, als ich gerade habe. Und ich bezweile auch, dass ich im Juni/Juli, wenns in die heiße Phase geht, Nerven dafür habe.
Also: Ich gebe das sehr gerne ab. Und ich sage das ohne schlechtes Gewissen, denn genau dafür gibt es Dienstleister*innen.
Was ich außerdem gelernt habe: Der Beschnittrand ist ein kleines Ar*. Falls dieser Begriff für dich neu ist – man macht die Druckdatei einige Millimeter größer als das fertige Format, damit beim Schneiden kein unschöner weißer Rand entsteht. Bei Textseiten verzeihlich, beim Cover eine echte Katastrophe. Bei Affinity wird in der Druckdatei dieser Beschnittrand nicht korrekt ausgegeben – ein Problem, für das es seit Jahren keine Lösung zu geben scheint. Ich habe lange rumprobiert, bis ich aufgegeben habe. Mein Probedruck-Cover musste ich am Ende mit InDesign neu machen (zum Glück habe ich über meinen Brotjob eine Lizenz).
Es hat mich einige Nerven gekostet, weil ’nur mal schnell‘ nicht möglich war. Aber jetzt weiß ich, was auf mich zukommt. Das war es dann doch wert. Jetzt warte ich noch auf meinen Probedruck und feier dann ein ganz kleines Bisschen – auch, wenn das Buch noch gar nicht fertig ist.
Der Titel: Fast gekippt, dann gerettet
Manchmal reicht ein einziger komischer Laut, um alles in Frage zu stellen.
Ich hatte einen Titel für Projekt Feder (das ist schließlich nur der Arbeitstitel). Ich war zufrieden damit. Dann kam mein Mann, betrachtete ihn, verzog das Gesicht, und meinte: „Klingt ziemlich generisch.“
Und damit war die Begeisterung erst mal weg.
Was folgte, waren einige Tage voller Zweifel, Alternativen-Brainstorming und schließlich ein klärendes Gespräch mit einer Freundin und Testleserin, die das Genre kennt. Ergebnis: Es bleibt beim ursprünglichen Titel.
Und mein Learning daraus? Kritik muss immer in Relation gesetzt werden. Mein Mann gehört nicht zur Zielgruppe und kennt das Genre kaum. Das macht seine Meinung nicht wertlos – aber es macht sie auch nicht zum Maßstab. Ein wichtiger Unterschied. 💡
Was ich im Februar gelesen habe
- Wir sollten für immer sein – Jenn Elbee
- Kaffeeküsse in den Highlands – Sina Grave
- I Kissed a Boy – Lisa F. Olsen (Hörbuch)
- And I Liked It – Lisa F. Olsen (Hörbuch)
- Leave Me (M)alone – Ana Marin
Ein besonderes Wort zu Lisa F. Olsen: Ich bin durch einen Podcast auf ihre Bücher gestoßen und war erst skeptisch – die Protagonistinnen sind sehr jung, und ich bin schon ein Weilchen aus dieser Zielgruppe heraus. Aber die Bücher sind so außergewöhnlich gut geschrieben. Was mich am meisten beeindruckt: Wie selbstverständlich Themen rund um sexuelle Orientierung und Identität behandelt werden. Die Buchstaben LGBTQ+ werden komplett durchdekliniert – und es fühlt sich einfach nur normal an. Natürlich. Schön. Gesellschaftliche Normen werden aufgebrochen, ohne die Realität zu beschönigen.
Was mich außerdem beeindruckt, ist wie Sex in diesen Büchern dargestellt wird – in so unterschiedlichen Facetten, so selbstverständlich und ohne Schablone. Nicht als Pflichtprogramm, nicht als Tabu, sondern einfach als Teil von Menschen, die verschieden sind und verschieden lieben. Das ist handwerklich schwieriger, als es klingt – und sie macht es außergewöhnlich gut. Genau das ist für mich gutes, verantwortungsvolles Schreiben. 🌈
Schreibstatistik
Knapp 7.200 Wörter stehen für Februar auf dem Zähler (insgesamt 13.867 im Jahr 2026) – und ehrlich gesagt sieht das auf den ersten Blick mager aus. War kein guter Schreibmonat, das stimmt. Aber er war produktiver, als die Zahl vermuten lässt: Social Media habe ich diesen Monat bewusst ausgeklammert und nicht getrackt, dabei war ich dort so aktiv wie selten. Unzurieden bin ich daher überhaupt nicht mit der Zahl.

Zum Hintergrund dieser Schreibstatistik: Ich tracke meine geschreibenen Wörter (Schreibprojekte) rein aus Interesse. In Zeiten, in denen der Zweifel sehr laut ist, hilft mir das. Weil es mir anzeigt, wie fleißig ich gewesen bin und mich sehr motiviert. Auch wenn ich nicht zu den Vielschreibern gehöre, ist die Gesamtzahl am Ende doch immer beeindruckend. 💕Zum Ziel hatte ich mir in diesem Jahr 200.000 Wörter gesetzt, aber wie du siehst, werde ich dieses Ziel verfehlen. Das ist okay und war auch zu erwarten.
Zum Tracken nutze ich übrigens trackbear.
Was ich im Februar 2026 gebloggt habe
- Monatsrückblick Januar 2026 – Autorinnen-Alltag zwischen Marketing und Mama-Sein
- Projekt Feder – ein Blick hinter die Kulissen meines Debütromans
- Obsidian für Autorinnen: So organisiere ich mein Schreiben
Ausblick auf den März 2026
Was der nächste Monat bringt
Die Veröffentlichung von Projekt Feder rückt immer näher – und das ist der Gedanke, an dem ich mich gerade festhalte, wenn ich das Gefühl habe, mir wächst alles über den Kopf. 💪
Wie war dein Februar? Schreib mir gerne in die Kommentare! 💬






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