Einleitung

Juli heißt Endspurt. Und zwar nicht nur, was mein Buch betrifft, sondern eigentlich in allen Bereichen meines Lebens.

Die Dateien für Stolen Truth sind fertig, im Brotjob habe ich einen Fachartikel eingereicht, und am 31. Juli war tatsächlich der letzte Kindergartentag. Dabei fühlte sich der Monat zwischendurch erstaunlich ruhig an. Ich hatte ständig das Gefühl, irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Gleichzeitig war ich erleichtert, dass ich offenbar genug Zeit eingeplant hatte und kurz vor dem Release nicht völlig im Stress versinke.

Die Aufregung ist natürlich trotzdem da. Und sie wird mit jedem Tag größer.


Print und E-Book sind fertig

Im Juli ging es bei Stolen Truth vor allem um die letzten technischen Schritte. Alle Informationen zu meinem Debüt findest du hier.

Nachdem es mit dem ursprünglichen Cover nicht funktioniert hatte und ich mein Cover schließlich selbst erstellen musste, war ich natürlich sehr aufgeregt, wie der Probedruck aussehen würde. (Was vorher mit dem Cover passiert ist, habe ich bereits im Monatsrückblick Juni erzählt.) Es gab einige Probleme technischer Art – ich bin halt kein Profi. In Adobe Acrobat wurden mir z. B. in der Druckdatei einige feine Linien angezeigt, und ich hatte große Angst, dass diese später auch auf dem gedruckten Cover zu sehen sein würden.

Zum Glück war davon im fertigen Buch nichts zu erkennen. Der Probedruck sah genauso aus, wie er sollte, und ich war unglaublich erleichtert. Natürlich sind mir trotzdem noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich anschließend geändert habe. Vermutlich wären sie außer mir niemandem aufgefallen. Aber ich bin nun mal eine kleine Perfektionistin, also mussten auch diese Details noch angepasst werden.

Auch beim E-Book gab es noch einmal Arbeit. In der Export-Datei hatten sich Fehler versteckt, und verschiedene Formatierungen wurden in der Abook-Datei nicht richtig übernommen. Deshalb bin ich noch einmal komplett durch das Dokument gegangen und habe die Datei neu aufgebaut.

Inzwischen sind sowohl die Printdateien als auch das E-Book finalisiert. Alles ist fertig, geprüft und hochgeladen. Jetzt warten die Dateien nur noch darauf, endgültig freigegeben zu werden. Und damit ist zum ersten Mal wirklich der Punkt erreicht, an dem ich kaum noch etwas tun kann.

Das fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich merkwürdig an. Einerseits bin ich erleichtert, dass alles fertig ist. Andererseits habe ich weiterhin das Gefühl, irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Aber vielleicht gehört genau das kurz vor dem Release einfach dazu.

[Foto des Probedrucks]


Ein Release im Brotjob – oder besser gesagt: eine Einreichung

Auch im Brotjob gab es im Juli einen wichtigen Meilenstein.Die letzten Wochen habe ich an einem Fachartikel aus unserem Forschungsprojekt gefeilt. In English! Was die Sache nicht unbedingt leichter gemacht hat. Im Juli konnte ich ihn endlich fertigstellen und bei einem Journal einreichen. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die Reviewer möglichst wenig zu meckern haben und den Artikel durchgehen lassen.

Im Zuge dessen wurde ich auch wieder gefragt, ob ich nicht doch noch einmal über eine Promotion nachdenken möchte. Mein Chef lässt bei dem Thema einfach nicht locker. Im Grunde fehlt mir für eine kumulative Promotion auch „nur noch“ ein weiterer Artikel. Und den hätten wir tatsächlich ohnehin geplant. So betrachtet ist das gar nicht mehr so viel. Trotzdem hadere ich damit. Die Stimmen, die mir sagen, dass ich das nicht schaffe, sind aktuell ziemlich laut.

Grüße gehen an dieser Stelle raus an meinen Mathelehrer, der wenig Vertrauen in meine Fähigkeiten hatte – um es diplomatisch auszudrücken. Meine erste Promotion habe ich abgebrochen. Das hatte allerdings nichts mit meinen Fähigkeiten zu tun, sondern mit der Betreuung. Und nun liegt tatsächlich das Angebot für eine zweite Promotion auf dem Tisch.

Ist die Steffi mit ihrer Realschulkarriere und dem schlechten Abi wohl doch nicht so blöd.


Wenn die Figuren nicht mit mir sprechen wollen

Mit dem Schreiben ging es im Juli nicht ganz so gut voran, wie ich gehofft hatte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich für eine gewisse Zeit alle Worte auf einmal heraushaue – und danach kommt plötzlich gar nichts mehr. Schreiben in Schüben könnte man vielleicht sagen.

Ich habe zwar ein bisschen geschrieben, aber währenddessen hatte ich ständig das Gefühl, dass alles völliger Bullshit ist. Teilweise wollte ich die Kapitel direkt wieder löschen. Das mache ich natürlich nicht. Aus Erfahrung weiß ich inzwischen, dass ich solche Texte ein paar Wochen später oft ganz anders beurteile. Selbst wenn sie noch nicht gut sind, ist zumindest eine Grundlage da, mit der ich weiterarbeiten kann. Und vielleicht ist das Geschriebene auch gar nicht so schlecht, wie es sich im ersten Moment anfühlt.

Zufrieden bin ich trotzdem nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich mit Teil 2 überhaupt nicht vorankomme. Die Figuren sprechen gerade einfach nicht mit mir. Sie machen zwar ihr eigenes Ding, teilen mir aber nicht mit, was genau sie eigentlich vorhaben.

Auch mein ursprünglicher Plan für die Geschichte passt nicht mehr richtig. Er passt nicht zu der Stimmung, die sich in den bereits geschriebenen Kapiteln entwickelt hat. Gleichzeitig weiß ich bisher nicht, wie ich die Figuren und die Handlung dorthin bekomme, wo sie hinmüssen. Und das nervt mich gerade sehr. Aber erzwingen kann ich es nicht.


Erst schreiben, dann veröffentlichen?

Inzwischen sehe ich durchaus den Vorteil darin, alle Bände einer Dilogie oder Trilogie zunächst fertigzustellen und erst danach mit der Veröffentlichung zu beginnen. Jetzt habe ich nämlich das Problem, dass ich meine Leser*innen mit einem Cliffhanger zurücklasse – und sie vermutlich ungefähr ein Jahr auf den nächsten Teil warten müssen.

Das tut mir leid. Aber ich kann den zweiten Band auch nicht einfach herbeizaubern. So langsam, wie ich schreibe, wäre es für mich vermutlich trotzdem keine gute Lösung gewesen, mit der Veröffentlichung von Teil 1 noch sehr viel länger zu warten. Außerdem war das Buch bereits angekündigt. Jetzt kurzfristig wieder alles zu verschieben, wäre ebenfalls unsinnig gewesen.

Für zukünftige Reihen muss ich mir dennoch überlegen, wie ich damit umgehen möchte. Vielleicht lässt sich die lange Pause am Ende sogar für das Marketing nutzen. Wenn Teil 2 erscheint, ist Teil 1 möglicherweise schon ein wenig in Vergessenheit geraten und kann noch einmal neu beworben werden. Das muss schließlich nicht unbedingt schlecht sein.

Keine Ahnung. Ich muss wohl einfach das Beste daraus machen.


Abschied vom Kindergarten

Am 31. Juli war es tatsächlich so weit: der letzte Kindergartentag. Privat war der Juli deshalb vor allem von Abschied geprägt. Also zumindest für uns Eltern. Das Kind selbst wäre am liebsten schon Wochen früher aus dem Kindergarten raus und direkt in die Schule gewechselt. Es konnte den letzten Tag kaum erwarten und freut sich unglaublich auf das, was jetzt kommt.

Die letzten Wochen waren noch einmal vollgepackt mit Terminen: Besuche in der Schule, Aktionen für die Vorschulkinder, Abschiedsfeiern und natürlich die Schultüte, die noch gebastelt werden musste.

Gleichzeitig wussten wir lange nicht, in welche Klasse das Kind kommen und welche Lehrkraft es haben würde. Wir hatten es für die Ganztagsklasse angemeldet, wussten aber lange nicht, ob es dort tatsächlich einen Platz bekommen würde. Uns wurde im Vorfeld gesagt, dass unsere Chancen eher gering seien, weil die vorhandenen Plätze vor allem an Kinder und Familien mit einem besonderen Betreuungsbedarf vergeben würden.

Dass Familien mit einem höheren Bedarf bevorzugt berücksichtigt werden, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Schade finde ich allerdings, dass der Ganztag dadurch zu einer reinen Betreuungsform degradiert wird. Für mich ist die Ganztagsklasse vor allem ein pädagogisches Konzept, von dem Kinder profitieren können – unabhängig davon, ob ihre Familien als besonders bedürftig gelten oder nicht.

Die Konsequenz sollte deshalb meiner Meinung nach nicht sein, nur eine Klasse anzubieten und dort möglichst alle Kinder mit hohem Betreuungsbedarf unterzubringen. Sinnvoller wäre es, so viele Ganztagsklassen anzubieten, wie tatsächlich nachgefragt werden. Denn es gibt eben auch Familien wie uns, die das Konzept gut finden und darin einen Vorteil für ihr Kind sehen.

Am Ende haben wir tatsächlich einen Platz bekommen, worüber ich mich sehr freue. Wie der Alltag in der Klasse konkret aussehen wird, hängt natürlich auch von der Lehrkraft ab. Ich bin sehr gespannt.

Und jetzt ist der Kindergarten wirklich vorbei. Nach all den Jahren fühlt sich das noch ziemlich unwirklich an. Einerseits freue ich mich sehr auf den neuen Lebensabschnitt (und dank einiger unschöner Entwicklungen leider auch darauf, aus dieser Einrichtung draußen zu sein). Andererseits ist es auch ein seltsames Gefühl, diesen vertrauten Alltag und die Flexibilität (!!) hinter uns zu lassen.

Das Kind sieht das deutlich pragmatischer: Kindergarten erledigt. Jetzt kann endlich die Schule kommen.


Was sonst noch geschah

Auf den letzten Metern, kurz vor den Ferien, hat das Kind noch das Seepferdchen geschafft. Darauf ist es mächtig stolz und weigert sich jetzt konsequent, Schwimmhilfen zu tragen. Weil es kann ja jetzt schwimmen …
Der Juli brachte endlich Abkühlung, die ich sehr genossen habe. Allerdings bedauerlicherweise nicht den ersehnten Regen. Dementsprechend trocken ist es. Nicht nur bei uns, sondern überall in Europa. Ich glaube, es gibt kein europäisches Land, in dem es gerade nicht brennt. Aber ne, Klimawandel gibt es ja nicht … Ist ja alles ausgedacht. /s

Schreibstatistik

Im Juli habe ich zwar geschrieben, aber deutlich weniger, als ich mir vorgenommen hatte. Vor allem fühlte sich das Schreiben dieses Mal nicht besonders produktiv an. Es gab keinen richtigen Flow, und ich habe an fast jedem Satz gezweifelt.

[Screenshot der Schreibstatistik]


Was ich gelesen oder gehört habe

  • Nuestra Sombra – Melanie Buchelt
  • Gilded Justice 2 – Ana Marin
  • Bälle und Perlen – Sophie Edina
  • Track Eight – Ju Hex

Ausblick

  • Am 13. August erscheint Stolen Truth. 🥂🥳
  • Die Dateien müssen nur noch endgültig freigegeben werden.
  • Nach dem Kindergarten genießen wir jetzt erstmal die Ferien, besuchen Familie und bereiten uns seelisch und moralisch auf die Schule vor.
  • Teil 2 und ich müssen dringend wieder lernen, miteinander zu sprechen.
  • Und das Promotionsthema ist noch nicht ganz abgehakt … Die Entscheidung hat aber auch noch Zeit.

Der Juli war ein Monat zwischen Abschluss und Neubeginn.
Und vielleicht ist die eigentliche Aufgabe für den August: darauf zu vertrauen, dass ich genug vorbereitet habe. Dass die Dateien funktionieren. Dass der Artikel gut genug ist. Dass das Kind seinen Weg in der Schule finden wird. Und dass die Figuren irgendwann wieder anfangen, mit mir zu sprechen.

Seid ihr gut darin, nach einem abgeschlossenen Projekt loszulassen und abzuwarten – oder sucht ihr euch auch sofort das nächste Problem, an dem ihr herumbasteln könnt? 💬


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